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Ausstellung Konsumsplitter



Ausstellung „KONSUMSPLITTER“ im Oberurseler Rathaus mit Vortrag und Workshop

Von Dienstag, 11. Dezember bis Freitag, 21. Dezember 2018, ist im Foyer des Oberurseler Rathauses zu den Rathaus-Öffnungszeiten die Kunstausstellung „Konsumsplitter“ mit Bildern und Begleittexten von Martina Hammel zu sehen. Veranstalter sind die Stadt Oberursel (Taunus) und EPN Hessen in Kooperation mit der Antirassistischen Gruppe Internationale Solidarität (agis) und dem Eine-Welt-Verein Oberursel.


Einen Schwerpunkt der Ausstellung „Konsumsplitter“ bilden 30 Papierarbeiten zur globalen Konsumgesellschaft bzw. zu den Auswirkungen von Konsum, Handel und europäischer Subventionspolitik auf die Lebensbedingungen in afrikanischen Staaten. Damit wird ein Bogen gespannt zu Fragen nach Fluchtgründen und ihrem Zusammenhang mit Welthandelspraxen, aber auch zu Fragen der europäischen Migrationspolitik.


Begleitend zu ihren Bildern hat die Künstlerin Martina Hammel im Austausch mit agis fragmentarische Texte verfasst. Die Werke und Texte sondieren dabei thematisch breit: Von den Auswirkungen der Agrosprit-Produktion, dem Abbau Seltener Erden oder den Börsenhandel von Kakao über Themen wie Landraub und Wasserknappheit bis hin zum Europäischen Grenzregime am Beispiel Frontex oder den tödlichen Fluchtabwehrpraxen am Mittelmeer. Sie decken dadurch Linien der komplexen Verwobenheit der Migrations-bewegungen aus dem globalen Süden mit unseren Lebensweisen hier im globalen Norden und den damit verbundenen globalen Produktionsmustern auf. Über die Veranschaulichung dieser vielfältigen und dichten Zusammenhänge verweisen sie letztlich auch deutlich auf unsere globale Mitverantwortung.


Die Vernissage/Eröffnungsveranstaltung ist am Dienstag. 11. Dezember 2018, um 18.00 Uhr – die Künstlerin Martina Hammel und Doro Köhler von agis berichten über die Hintergründe des Ausstellungsprojektes.


Am Montag, 17. Dezember 2018, gibt es passend zur Ausstellung um 11.00 Uhr im Großen Sitzungssaal des Oberurseler Rathauses einen Vortrag/Workshop zum Thema „Welthandel und Fluchtursachen“ mit  Kizito Odhiambo (Bildungsreferent und Sozialunternehmer).

Der Vortrag behandelt vordergründig den Zusammenhang zwischen unserem Reichtum in Europa und der Armut des Globalen Südens. Menschen, die ihre Heimat aus ökonomischer Not verlassen müssen, werden bei uns in Deutschland häufig als sog.


„Wirtschaftsflüchtlinge“ diffamiert. Dabei wäre es richtiger, von Geflüchteten aufgrund unserer Wirtschaftspolitik zu reden. Ein Beispiel dafür sind die Wirtschaftsabkommen European Partnership Agreements (EPAs) - denn die Wirtschaft afrikanischer Länder wird weiterhin stark durch die Agrar- und Handelspolitik der EU geschwächt. Die daraus entstehende Armut führt zwangsläufig dazu, dass es Länder gibt, aus denen ständig massiv Menschen auswandern. Vor allem die Regionen südlich der Sahara trifft das besonders. Am Beispiel des Sojabohnenanbaus in der Agrarwirtschaft sehen wir, wie Billigimporte aus Südamerika den lokalen Markt in Kenia zerstören und welche Verantwortung auch wir hier durch unseren Konsum tragen. Dabei wird die Perspektivlosigkeit vieler junger Menschen in Afrika verdeutlicht, denen oft nichts anderes als die hochgefährliche Flucht nach Europa bleibt.


Für den Workshop ist eine Anmeldung im Rathaus, Olivia Jung, Tel. 06171 502 419 oder unter    buergerbeteiligung@oberursel.de nötig.  


Hans-Georg Brum

Bürgermeister