Bewohnerparken soll Parkplatzsituation für Anwohner verbessern



Viel Zeit verbringen Autofahrer mit der Suche nach Parkplätzen. Starke Nerven und Geduld sind gefragt, wenn man in der Stadt einen Parkplatz sucht. In Frankfurt verbringt jeder Fahrer im Jahr ca. 65 Stunden damit, um die Häuser zu kreisen, auf der Suche nach einer Parklücke. So drastisch ist es in Oberursel sicherlich nicht, aber die Anwohner bestimmter Teile der Innenstadt und der Ortskerne in den Stadtteilen beschweren sich seit Jahren, dass vor allem tagsüber viele Parkplätze mit Fremdfahrzeugen besetzt sind und sie daher chancenlos sind bei der Suche nach einem Stellplatz.


Immer wieder wurde in den letzten Jahren der Ruf nach einer Bewohnerparkregelung für Oberursel laut. Damit könnte die angespannte Parkplatzsituation entschärft werden. Um diese Thematik für Oberursel zu erörtern, wurde das IKS Ingenieurbüro für Stadt- und Mobilitätsplanung (Kassel) im August 2019 beauftragt, Stadtbezirke zu identifizieren, in denen ein Bewohnerparken rechtssicher eingerichtet werden kann.

Das inzwischen vorliegende Gutachten stellt zu-nächst klar, dass nicht jeder Parkplatzbedarf auch zur Einführung von Bewohnerparkvorrechten genutzt werden darf. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) als rechtliche Grundlage beschreibt hier die möglichen Anwendungsbereiche und die inhaltlichen Gestaltungsmöglichkeiten. So muss ein erheblicher Fehlbedarf an Parkplätzen bestehen, der im Wesentlichen durch gebietsfremde Fahrzeuge entsteht. Dies können Nutzer des ÖPNV im Umfeld von Haltestellen, aber auch die SchülerInnen und LehrerInnen von weiterführenden Schulen sein.

Das Gutachten nennt als Ergebnis der Prüfungen die zwei Bereiche:


Oberursel-Innenstadt

Bereiche um die Altstadt, den Bahnhof sowie die weiterführenden Schulen


Oberursel-Stierstadt

die Bereiche um den S-Bahn-Haltepunkt, den alten Ortskern und den Schulstandort.


In diesen Bereichen soll nun in einem zweiten Schritt vertiefend untersucht werden, wie die Parksituation für die Nutzenden mit Hilfe des Instruments „Bewohnerparken“ verbessert werden kann. Als Ergebnis wird ein konkreter Umsetzungsvorschlag für jedes genannte Gebiet vorliegen, der die jeweiligen Parkregelungen enthält. Diese Regelungen sollen individuell nach den Bedürfnissen im jeweiligen Quartier ausgestaltet werden und u.a. auch dazu führen, dass die vorhandenen, privaten Abstellflächen vorrangig genutzt werden.


„Bei der Erarbeitung dieser Regelungen werden wir die betroffenen EinwohnerInnen in Form eines Beteiligungsprojekts einbinden, um ein hohes Maß an Akzeptanz zu erzielen“, so Erster Stadtrat Christof Fink. „Auch dieses zweite Arbeitspaket wird vom Büro IKS erarbeitet, die Ergebnisse werden voraussichtlich Ende des 3. Quartals 2020 vorliegen und in den politischen Gremien beraten werden. Die Umsetzung der Planung kann dann im 1. Halbjahr 2021 beginnen.“


Christof Fink

Erster Stadtrat