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Runde Jubiläen im Jahr 2021

Die Corona-Pandemie hat unser aller Leben ver­ändert – doch eine Konstante gibt es: die Serie des Stadtarchivs mit den Jubiläumsdaten für das kom­mende Jahr! Hier ist sie wieder, die alljährliche Vorschau auf die besonderen Jubiläen.


Vor beinahe fünfzig Jahren, und zwar 1971, wurde z.B. der Hospitalfonds aufgelöst, der Hauptfried­hof eingeweiht, die Kirche St. Sebastian in Stier­stadt geweiht und die Integrierte Gesamtschule Stierstadt eingerichtet.


Vor 25 Jahren bewegte die erste Direktwahl eines Landrats die Gemüter und das einigen Bürgerinnen und Bürgern noch heute bekannte Kaufhaus Mann schloss seine Pforten.


Nicht vergessen werden sollte die Einweihung des neuen Gebäudes der Erich-Kästner-Schule vor 25 Jahren.


Für 2011 sei an das historische Großereignis Hessentag in Oberursel erinnert. Und die Feld­bergschule ist seit 10 Jahren selbständige Schule.


Vor 50 Jahren:


Der Hospitalfonds entstand aus Geldmitteln der Bürgerschaft. Im März 1848 holten etwa 50 Bürger den 1830 nach Königstein verbrachten Fonds aus dem Amtshaus in Königstein. So hatte auch Oberursel seine Revolution! 1958 wurde das aus Mitteln des Fonds betriebene Altersheim „Hospital“ geschlossen. Am 25. Januar 1971 verfügte der Landrat die Auflösung des Hospitalfonds. Im Hospi­tal befindet sich heute die Elternberatung. Sie zählt seit 1991 zu einer der ersten Beratungseinrich­tungen für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern in Deutschland, die den Fokus der Beratung und Behandlung auf die Eltern-Kind-Beziehung legen. Auch die Kontakt- und Begegnungsstätte „Senio­rentreff Altes Hospital“ für Menschen der Generation 60+ befindet sich dort. Nicht zu vergessen ist auch der Verein für Geschichte und Heimatkunde, der im Hospital sein Archiv und seine Geschäftsstelle hat.



Hospital und Hospitalkirche im Jahr 1984. Foto: Himmelhuber/Stadtarchiv

Der Hauptfriedhof An der Waldlust wurde am 16. März 1971 eingeweiht. Zu­nächst hatten drei mög­liche Standorte zur Auswahl gestanden: im Gebiet der Oberstedter Straße, die Erweiterung des heuti­gen Südfriedhofs durch eine Fläche unterhalb der Bommersheimer Straße und das dann letztlich genutzte An der Waldlust. Der Friedhof erhielt eine große, dreiflügelige Trauerhalle. Der Oberurseler Georg Hieronymi sorgte für die künstlerische Aus­gestaltung der Inneneinrichtung der Halle. 1981 erhielt der Friedhof eine vom Oberurseler Bürger Anton Ritschny gestiftete Bronzeplastik zur Erinne­rung an Flucht und Vertreibung zum Kriegsende 1945.


Die Weihe der neuen Kirche St. Sebastian in Stierstadt fand ebenfalls vor 50 Jahren statt, und zwar am 4. Juli 1971. Sie wurde nicht nur durch das Anwachsen der Kirchengemeinde durch Flüchtlinge und Vertriebene nötig, sondern auch durch die ver­änderte Vorstellung von Gemeindegottesdiensten. Der seit 1. April 1969 durch den Frankfurter Archi­tekten Bernhard Weber errichtete Neubau wurde am 1. November 1970 bezogen. Anschließend er­folgte der Abriss der alten Kirche, deren unter Denk­malschutz stehender Turm erhalten blieb. Dieser Turm mit der schiefen Turmspitze ist der Westturm der Sankt Sebastian-Kapelle von 1348. Schließlich fand am 4. Juli 1971 die Konsekration der Kirche statt.



Auch die Integrierte Gesamtschule Stierstadt (IGS) wird 50 Jahre alt. Die IGS vom 1. August 1971 geht auf die Verbandsschule Vordertaunus zu­rück, deren erster Bauabschnitt 1963 begonnen und im April 1965 eingeweiht wurde. Ein Blick in die aktuelle Tagespresse verrät, dass Teile der Schule niedergelegt und neu errichtet werden. Integrierte Gesamtschulen sind Schulen, in denen alle Schüler, ob mit Hauptschul-, Realschul- oder Gymnasialem­pfehlung, gemeinsam unterrichtet werden. Ziel die­ser Schulen ist es, dass die Schüler das gemein­same Lernen und den sozialen Umgang miteinan­der erleben und zugleich ihrem individuellen Leis­tungsvermögen gemäß unterrichtet und gefördert werden. Die IGS Stierstadt ist seit 2008 Teamschule und wurde 2009 zur offenen Ganztagsschule ausgebaut. Seit dem Schuljahr 2018/ 2019 bietet sie auch die Gymnasiale Oberstufe an – der erste Gymnasialjahrgang wird im Jubiläumsjahr das Abi­tur ablegen.




Vertriebenendenkmal auf dem Waldfriedhof, 1981. Foto: Himmelhuber/Stadtarchiv

Im Neubau der „Beschützenden Werkstatt“ An den Drei Hasen, errichtet vom Oberurseler Schrei­nermeister August Kunz, nahmen am 2. August 1971 insgesamt 27 behinderte Menschen ihre Arbeit auf. Die Bezeichnung aus den 1970er-Jahren „Be­schützende Werkstatt“ beschreibt anschaulich, dass zum Wohl der schwer-, schwerst- und mehrfach behinderten Menschen vor allem die pädagogische Betreuung und Beschäftigungstherapie im Vorder­grund standen. Heute werden Menschen mit Handi­cap nicht mehr als „Randgruppe“, sondern als ein Teil der Gesellschaft wahrgenommen. Daher sind derartige Einrichtungen wie die Oberurseler Werkstätten mit ihren Arbeitsbereichen „Produktion“ und „Dienstleistungen“ ein Partner der Wirtschaft. Seit 2001 ist es gesetzlich verankertes Ziel, Menschen mit Behinderung so zu fördern, dass sie möglichst auf dem „ersten Arbeitsmarkt“ eingesetzt werden können.


Am 11. Dezember 1971 fand die Verschwisterung der damals noch selbständigen Gemeinden Stier­stadt (seit 1972 Ortsteil von Oberursel) und der niederländischen Gemeinde Ursem (seit 1979 Orts­teil von Wester-Koggenland, seit 2007 Koggenland) statt. Der Städtepartnerschaftsfeier in Stierstadt am 11./ 12. Dezember 1971 folgte am 13. Mai 1972 die Feier in Ursem. Am 12. Dezember 1971 wurde im Rahmen des Stierstadter Festes der Grundstein für das neue Feuerwehr-Gerätehaus gelegt. Von Anfang an wurde die Städtepartnerschaft gefördert durch den „Hollandausschuss“, der allerdings nicht Mitglied im 1991 als Partnerschaftskomitee gegrün­deten „Verein zur Förderung der Oberurseler Städtepartnerschaften“ (VFOS) ist.


Erinnerungswürdige Ge­schehnisse des Jahres 1996


Die Erich Kästner-Schule (EKS) erhielt vor 25 Jahren einen modernen Schulbau. Die feierliche Einweihung erfolgte am 21. September 1996. Be­merkenswert ist die großzügige Eingangshalle mit durchgehender Glasfront und Schulkiosk, die für Veranstaltungen erweiterbar ist. Die Schule ist eine verbundene Haupt- und Realschule mit Förderstufe. Seit dem Schuljahr 2018/ 19 ist die EKS zudem eine Ganztagsschule.

Vorläufer der EKS ist die 1958 gegründete Mittel­schule (seit 1964: John-F.-Kennedy-Realschule), die 1972 in der Gesamtschule Oberursel aufging. Aus dieser ging 1988 die EKS hervor.


Vom 5. Februar 1991 bis 23. November 2005 war Jürgen Banzer (CDU) hauptamtlicher Landrat des Hochtaunuskreises. Zunächst noch nach altem Wahlrecht vom Kreistag gewählt, wurde er durch die erste Direktwahl des Landrats am 6. Oktober 1996 in seinem Amt bestätigt. Bei der Direktwahl hatten erstmals auch ausländische EU-Bürger eine Stimme. Die FDP, die gemeinsam mit der CDU im Kreistag eine Koalition bildete, verzichtete auf einen eigenen Kandidaten und rief zur Wahl des amtie­renden Landrats auf. Gegenkandidaten waren die Usinger Bürgermeisterin Eva-Maria Tempelhahn (SPD) und der parteilose Neu-Anspacher Bürger­meister Gerd Hillen. Bereits im ersten Wahlgang siegte Jürgen Banzer mit 54,9% der Stimmen, Eva-Maria Tempelhahn erhielt 40,9%, Gerd Hillen 4,2%. Die Wahlbeteiligung lag bei 41% (2018 lag sie bei 29,7%).


Das Kaufhaus Mann in der Vorstadt 22 schloss am 16. November 1996 seine Pforten. Der Betrieb des Einzelhandelsgeschäfts wurde aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. 1846 gegründet, war es eines der ältesten Geschäfte in Oberursel. Die Geschäfts­räume und das Warenangebot wurden ständig er­weitert und so entstand das „Kaufhaus Mann“. Das „Kaufhaus“ Wilhelm Mann führte für seine Kunden um 1900 ein reichhaltiges Sortiment mit Kolonial­waren, Glas und Porzellan, Spirituosen, Schirmen und Tabakwaren. Als Textilgeschäft blieb das Ge­schäft noch bis zur Schließung in Familienhand. Das „Kinderhaus Mann“ in der Vorstadt 25 mit Kinderkleidung wurde noch einige Zeit weiter­geführt.


Postkarte Kaufhaus Mann von 1936. Original: Stadtarchiv.

Jubi­läumsdaten für das kommende Jahr!


Das Jahr 2011 ist in Oberursel vor allem als Jahr des Hessentags in Erinnerung geblieben. Errungen­schaften wie z.B. der erneuerte S-Bahnhof und das Netzwerk Bürgerengagement (ehemals Ehrenamts­agentur) bestehen noch heute fort. Doch auch andere Ereignisse aus dem Jahr sind erinnerungs­würdig, wie das nachfolgende Beispiel zeigt.


Seit 1. Februar 2011 ist die Feldbergschule eine Selbständige Berufliche Schule (SBS). Ihre Grün­dung im Festsaal des heutigen Brauhauses durch Aloys Henninger geht zurück auf das Jahr 1850. Sie heißt seit Oktober 1970 „Feldbergschule“. Das Ziel einer SBS ist es, Unterrichts- und Qualitätsprozesse an der Schule eigenverantwortlich zu steuern und zu optimieren. Zur Optimierung der Qualitäts­prozesse erhielt die Feldbergschule mehr Eigen­verantwortung für Gestaltung von Schule im Rah­men des gesetzlichen Bildungs- und Erziehungs­auftrages und in der Verwaltung von finanziellen Ressourcen. Im Gegenzug verpflichtete sich die Schule zur Einführung eines zertifizierbaren Quali­tätsmanagementsystems. Somit werden die schuli­schen Prozesse regelmäßig evaluiert und optimiert.


Feldbergschule am 30. April 2002, Foto: Himmelhuber/ Stadtarchiv

Der Hessentag vom 10. bis 19. Juni 2011 zeigte deutlich die Identifizierung der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt. Unzählige Vereine und Insti­tutionen sowie Handel, Handwerk und Industrie arbeiteten mit Herzblut für dieses Großereignis. Über 3000 Personen haben mit ihrem Engagement zum Erfolg des Hessentages beigetragen. Aus die­sem Engagement entwickelte sich u.a. auch die städtische Ehrenamtsagentur „Netzwerk Bürger­engagement“.

Im Januar 2007 erhielt Oberursel (Taunus) den Zu­schlag für den Hessentag 2011. Die Stadt rechnete zunächst mit einem Defizit von maximal drei Millionen Euro, die Endabrechnung ergab ein Defizit von sechs Millionen Euro.

Die umfangreichen Investitionen in die Infrastruktur der Stadt trugen zum Gelingen des Festes bei und wirkten sich nachhaltig für die Stadt aus: der denkmalgeschützte Bahnhof wurde restauriert bzw. umgebaut, es erfolgte die Totalsanierung der Hohe­markstraße, alle U-Bahn-Stationen wurden umge­baut und das Taunus-Informationszentrum errichtet.

Mit dem Beginn des Hessentages wurden außer­dem weitere Großprojekte abgeschlossen, wie etwa der Neubau des Gymnasiums Oberursel durch den Hochtaunuskreis und die Sanierung der Kirchen Sankt Ursula und Christuskirche.





Foto: Das Hessentagspaar 2011: Charmaine Weisenbach und Christian Peter. Aus: Hessentag 2011, Veranstaltungsprogramm.

Aus der Abteilung Kultur, Sport, Internationales folgen hier noch die Vereinsjubiläen für das Jahr 2021:


25 Jahre

· INTERAKTIV Generationen füreinander Ober­ursel e.V.

· Piazza Italia e.V.

· Freunde und Förderer des Seniorentreffs „Altes Hospital“

· Shanty-Chor Oberursel e.V.


50 Jahre

· Verein der Freunde und Förderer der Schulen Stierstadt e.V.

· Amerian International Women’s Club e.V.

· Tennisclub Stierstadt e.V.


75 Jahre

· Pro Volkshochschule Hochtaunus e.V.


100 Jahre

· Naturfreunde Deutschlands Ortsgruppe Ober­ursel e.V.



Für Ergänzungen zu den Jubiläumsdaten sind Archivarin Andrea Bott und Archivmitarbeiterin Linda Rischar dankbar.


Öffnungszeiten Stadtarchiv

Das Stadtarchiv, Schulstr. 32, ist zurzeit wegen der Pandemie nur nach Voranmeldung geöffnet:

montags 08:00 - 12:00 und 14:00 - 17:30 Uhr

mittwochs 08:00 - 12:00 und 13:00 - 16:00 Uhr

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